30 Jahre Ettlinger Grüne
Das westdeutsche „Wirtschaftswunder“, im Kalten Krieg als Vorposten und Schaufenster des Westens begünstigt und vom technologischen Fortschritt rasant vorangetrieben, schuf einen Massen-Wohlfahrtsstaat wie es ihn bisher noch nie gab. Kernkraftnutzung verhieß die Lösung aller Energieprobleme, und immer effizienter werdende Ausbeutung der Rohstoffe in aller Welt schien ein ständiges Wachstum der Wirtschaft zu garantieren. Da es dabei sowohl an Reiche wie Arme jeweils immer mehr zu verteilen gab, schien die politisch-soziale Befriedung der Gesellschaft und damit die Demokratie dauerhaft gesichert.
Eine Art Wachstums-Fetischismus wurde zur politökonomischen Pseudoreligion.
Doch allzulange hat man dabei über die natürlich unvermeidlichen Risiken und langfristig verheerenden Nebenwirkungen, die Kollateralschäden unserer Industriegesellschaft, hinweggesehen. Die großen Volksparteien, CDU und SPD, blickten gebannt auf maximale Kapitalverwertung und Schaffung lukrativer Arbeitsplätze. Daß die so entstandene Überflußgesellschaft auf teilweise tönernen Füßen stand, wurde geflissentlich verdrängt. Sie basierte, neben hervorragenden Arbeitsleistungen, wesentlich auf rücksichtsloser Ausbeutung endlicher Naturressourcen und der Menschen in der Dritten Welt.
Aber zunehmend erkannten vorausschauende Wissenschaftler und Bürger die Grenzen des Wachstums. Es entstanden Bürgerbewegungen gegen: -die risikoreiche Atomindustrie, -die Verschmutzung von Luft, Wasser, Erde, -die Verbauung der Landschaft, -Energie- und Rohstoffverschwendung, etc, etc. Um politisch nachhaltig wirksam werden z u können wurden die Grünen als Partei gegründet, getragen von den Ökologie-, Friedens-, Frauen- und Bürgerrechtsbewegungen unseres Landes.
In Ettlingen 1979 gegründet, sind GRÜNE seit 1980 im Gemeinderat vertreten.
Paul Haase








